Achraf Lansari – Body Time Space 2026
Performance / Tanz Video
Achraf Lansari und das Kollektiv corps sonores erforschen im Rahmen ihrer Body Time Space Residenz im Radialsystem House Dance als aktivistisches Archiv und hinterfragen zugleich die Abwesenheit von Underground-Praktiken in akademischen und institutionellen Tanzkontexten. Entstanden in Schwarzen und queeren Communities, ist House Dance sowohl Tanzform als auch politische Praxis, die Geschichten von Resilienz, Migration, Widerstand und Fürsorge in sich trägt. In vielen Theatern und Tanzinstitutionen werden jedoch oft akademische Konzepte und formale Ästhetiken über gelebtes kulturelles Wissen gestellt. In der Residenz untersucht Lansari das Spannungsfeld, wie in House Dance geschulte Körper und deren aktivistische Geschichten in einen Dialog mit institutionellen Kontexten treten können, ohne von ihren Wurzeln entfremdet zu werden.
Durch Improvisation, Dialog und kollektive Bewegungserfahrung experimentieren die Künstler*innen mit Praktiken der Club-Kultur, etwa Cyphers, Jacking oder Groove-Zustände. Wie lassen sich diese Elemente in eine prozessbasierte Studioarbeit einbinden und welche Risiken von Aneignung oder Verwässerung entstehen dabei?
Achraf Lansari ist Choreograf, Performer, DJ und Soundkünstler und arbeitet an der Schnittstelle von Performance, Clubkultur und kollektiven Räumen. In seiner Praxis stehen Rhythmus und Schwarze Tanzkulturen als verkörperte Werkzeuge für Verbindung, Trance und Transformation im Zentrum. Verwurzelt im House Dance und geprägt von Gnawa-Traditionen sowie experimentellen Klangpraktiken versteht Achraf Lansari Bewegung als eine Praxis des Zuhörens. Seine Arbeit bewegt sich zwischen Freestyle und Komposition, Struktur und Bruch und begreift Choreografie als ein lebendiges System, das von Rhythmus, Aufmerksamkeit und sozialer Nähe geformt wird.
Residenz Achraf Lansari
Performance Ariela Leiva, Alessia d’Isanto, Cristina Buenaflor, Hannah Juliane Steenbeck, Achraf Lansari
Dialogpartner*in Azadê Peşmen