Outernational: EXT INC / REMEMBER ME

Transtraditional Concerts

Konzert Lesung

Anthony Katrakazis

© Anthony Katrakazis

Anthony Katrakazis

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Eloïse Beaudry

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Tickets

Ticketpreise

16 Euro, ermäßigt 12 Euro

 

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Wir leben in einem der größten Artensterben der Geschichte. Doch nicht nur Spezies, auch Sounds, Sprachen und Musiken verschwinden. Das Projekt „EXT INC / REMEMBER ME“ der transtraditionellen Konzertreihe „Outernational“ spürt diesen Prozessen gemeinsam mit den Komponist*innen Aida Shirazi und Emre Dündar und zwei Uraufführungen nach. Emre Dündar hat eine „Fakelore“ geschrieben, die sich verschiedenen Folklore Traditionen des türkisch-griechischen Raums nähert. Die junge iranische Komponistin Aida Shirazi eröffnet den Abend mit einer Soloperformance für Grillen und Elektronik und bezieht sich in ihrer Komposition auf Walt Whitmans „This Compost“ – ein Text, der das Lebendige in der Akzeptanz des Todes beschwört. Mit Vivaldis „La Folia“ – einem in der Musikgeschichte vielfach kompostierten Motiv – schwebt der Abend über dem Abgrund der Geschichte, bevor er mit dem zweiten Teil von Aida Shirazis neuer Komposition in der Hoffnung endet.

 

Outernational Listening Session

Eingeleitet wird der Abend von einer „Outernational Listening Session“, für die der Philosoph und Biologe Andreas Weber einen Essay zum Thema geschrieben hat, den er in einem Klangraum von Kirsten Reese erstmalig vorstellen wird.

Dazu schreibt Weber: „Insekten haben das Prinzip des Kompostierens zur Richtlinie der Biosphäre erhoben: Mache in deinem Körper das für andere fruchtbar, was du selbst genossen hast; bleibe nicht du, sondern veräußere dich beständig, verwandle dich von der Raupe in die Imago, leite den Nektar, den du trinkst, durch dein Fleisch in den Körper der Mehlschwalbe, die im Abendhimmel kreist. Insektensterben bedeutet das Ende der Metamorphose, und damit den Abschied vom Geschenk des Lebens. Aufhalten ließe es sich allein dadurch, dass wir wieder sähen, dass Hingabe, nicht Ausgrenzung, die Voraussetzung des Leben ist.“

 

Mehr Informationen unter www.van-outernational.com.

Cast

Komposition und Elektronik
Aida Shirazi

Komposition und Midi Piano
Emre Dündar

Dirigat
Miguel Pérez Iñesta

Theorbe
Andreas Arend

Bass
James Banner

Klarinette
Szilard Benes

Violine
Rebecca Beyer
David-Maria Gramse

Perkussion
Emil Kuyumcuyan

Cello
Vladimir Waltham

Kuration und Dramaturgie
Elisa Erkelenz

Biographien

Nach langjähriger Tätigkeit als Dramaturgin und stellv. Geschäftsführung des Ensemble Resonanz widmet sich Elisa Erkelenz heute als freie Journalistin, Kuratorin und Dramaturgin klassischer und zeitgenössischer Musik. Unter anderem ist sie für die Donaueschinger Musiktage tätig, kuratiert und moderiert die Philosophiereihe „Bunkersalon“, entwickelt Kinderkonzerte und kuratiert die Konzertreihe „Outernational“ im Radialsystem. Als Journalistin schreibt sie für das VAN Magazin, in dem sie mit einem Fellowship von #bebeethoven die Reportagereihe „Outernational“ initiiert hat.

 

Emre Dündar ist ein in Istanbul lebender Komponist, Pianist und Improvisator. Dündar komponierte Solo-, Kammer-, Orchester-, Vokal- und Chorstücke, darüber hinaus Soundtracks und Sounddesigns für Filme sowie für Theater- und Radioproduktionen. Seine Werke wurden europaweit und darüber hinaus aufgeführt. Dündar ist insbesondere an der Beziehung zwischen Sprache und Musik interessiert, nutzt Klang- und Sprecheindrücke aus mehreren Sprachen und integriert sie in seine Musik. Dabei nimmt er in seiner musikalischen Sprache Bezug auf den Begriff der „Narration“ und konzentriert sich insbesondere auf alte rhetorische Traditionen.

Aida Shirazi, geboren in Teheran, ist Komponistin akustischer und elektroakustischer Musik. In ihren Kompositionen für Soloinstrumente, Stimme, Ensemble, Orchester und Elektronik konzentriert sie sich hauptsächlich auf das Timbre zur Organisation von Strukturen, die von persischen oder englischen Sprachen und Literaturen inspiriert sind. Shirazis Musik wurde auf zahlreichen Festivals und Konzertreihen sowie an bedeutenden Konzertorten weltweit präsentiert. Das Orchestre Philharmonique de Radio France, das International Contemporary Ensemble und viele andere wichtige Ensembles brachten ihre Werke zur Aufführung. Shirazi studierte Klavier in Teheran, Musikkomposition und -theorie in Ankara und hat ihren Ph.D. in Komposition und Musiktheorie an der University of California, Davis, abgeschlossen.

Der aus Spanien stammende Musiker und Dirigent Miguel Pérez Iñesta tritt weltweit als Solist, Dirigent und als gefragter Kammermusiker bei renommierten Festivals, Oper- und Konzerthäusern auf. Als Dirigent hat er mit zahlreichen Ensembles Konzerte gegeben wie u.a. dem Tonhalle Orchester Zürich, dem Solistenensemble Kaleidoskop und der Karajan Akademie der Berliner Philharmoniker. Er ist Gründungsmitglied und war von 2012 bis 2017 Künstlerischer Leiter des Zafraan Ensembles. Aktuell ist er Artist in Residence des Munor Ensembles und des Harald Harfagre Kammerorchesters. Seit 2019 ist er an dem Gemeinschaftsprojekt „Musik schafft Perspektive“ beteiligt und dirigiert jedes Jahr ein Education-Konzert mit der Kammerakademie Potsdam.

 

Der Biologe, Philosoph und Schriftsteller Dr. Andreas Weber ergründet Lebendigkeit als sinnliche, subjektive, geteilte und poetische Erfahrung. Er promovierte bei Hartmut Böhme und Francisco Varela und arbeitet als freier Schriftsteller und Journalist. Lehrbeauftrager am Bard College, Berlin sowie Gastprofessor an der UNISG, Pollenzo, Italien. Jüngste Buchveröffentlichungen sind „Indigenialität” (2018), „Enlivenment. A Poetics for the Anthropocene” (2019), „Warum Kompromisse schließen” (2020) und „Sharing Life: An Ecopolitics of Reciprocity” (2021).

Kirsten Reese, Komponistin und Klangkünstlerin, komponiert für elektronische Medien, ungewöhnliche Räume, immersive Lautsprecherkonstellationen und Wahrnehmungssituationen. Sie beschäftigt sich mit Verbindungen von Archivaufnahmen und field recordings mit Tierstimmen und anderen more-than-human sowie geophonen Klängen. Installationen und Audiowalks für Landschaften und den urbanen Außenraum bilden einen Schwerpunkt ihrer Arbeit. Kirsten Reese ist Mitglied der Akademie der Künste Berlin. Sie unterrichtet an der Universität der Künste Berlin elektroakustische Komposition.

Programm

19 Uhr Outernational Listening Session
mit Andreas Weber, Philosoph und Biologe, und Kirsten Reese, Klangkünstlerin

20 Uhr Konzert
„EXT INC / REMEMBER ME “

Sprache

Englisch (Outernational Listeting Session)

Outernational

Wie klingt eine Kunstmusik, die sich in Exil und Diaspora ihren multiplen, hybriden Einflüssen stellt? Wie lösen wir hörend Vorstellungen vom Eigenen und Fremden auf? Wie spiegeln Konzertprogramme eine offene Gesellschaft in ihrer Vielstimmigkeit? „Outer-national“ ist eine europäische Konzertreihe, die sich mit transtraditioneller Musik beschäftigt: Ob in einer Session zwischen Barock, persischer Klassik und elektronischer Komposition der Sängerin Kamilya Jubran, oder mit dem Trickster Orchestra, das Musiker*innen aus verschiedenen Traditionen zu einer neuen Klangsprache verbindet.

Den Konzerten voran geht eine umfassende künstlerische Recherche, die nicht nur Szenen und aktuelle, musikalische Entwicklungen aufspürt, sondern auch Fragen des „Musicking“, d.h. der Aufführungspraxis und Kontextualisierung, in den Blick nimmt. Ziel ist es, neue Räume für herausragende Künstler*innen fernab des Mainstreams zu öffnen. Sie werden von der Kuratorin Elisa Erkelenz im engen Dialog mit den Künstler*innen entwickelt.

Rund um jedes Konzert entsteht im VAN Magazin Outernational ein eigener, digitaler Schwerpunkt mit Hintergründen zu Musik, Instrumenten und den beteiligten Künstler*innen:
www.van-outernational.com.

Credits

„Outernational“ wird gefördert durch den Musikfonds, mit Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen der Initiative NEUSTART KULTUR, und der Allianzkulturstiftung – in Zusammenarbeit mit dem Radialsystem.

Medienpartner: taz. die tageszeitung, tip Berlin, ExBerliner und Rausgegangen.

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Wir leben in einem der größten Artensterben der Geschichte. Doch nicht nur Spezies, auch Sounds, Sprachen und Musiken verschwinden. Das Projekt „EXT INC / REMEMBER ME“ der transtraditionellen Konzertreihe „Outernational“ spürt diesen Prozessen gemeinsam mit den Komponist*innen Aida Shirazi und Emre Dündar und zwei Uraufführungen nach. Emre Dündar hat eine „Fakelore“ geschrieben, die sich verschiedenen Folklore Traditionen des türkisch-griechischen Raums nähert. Die junge iranische Komponistin Aida Shirazi eröffnet den Abend mit einer Soloperformance für Grillen und Elektronik und bezieht sich in ihrer Komposition auf Walt Whitmans „This Compost“ – ein Text, der das Lebendige in der Akzeptanz des Todes beschwört. Mit Vivaldis „La Folia“ – einem in der Musikgeschichte vielfach kompostierten Motiv – schwebt der Abend über dem Abgrund der Geschichte, bevor er mit dem zweiten Teil von Aida Shirazis neuer Komposition in der Hoffnung endet.

 

Outernational Listening Session

Eingeleitet wird der Abend von einer „Outernational Listening Session“, für die der Philosoph und Biologe Andreas Weber einen Essay zum Thema geschrieben hat, den er in einem Klangraum von Kirsten Reese erstmalig vorstellen wird.

Dazu schreibt Weber: „Insekten haben das Prinzip des Kompostierens zur Richtlinie der Biosphäre erhoben: Mache in deinem Körper das für andere fruchtbar, was du selbst genossen hast; bleibe nicht du, sondern veräußere dich beständig, verwandle dich von der Raupe in die Imago, leite den Nektar, den du trinkst, durch dein Fleisch in den Körper der Mehlschwalbe, die im Abendhimmel kreist. Insektensterben bedeutet das Ende der Metamorphose, und damit den Abschied vom Geschenk des Lebens. Aufhalten ließe es sich allein dadurch, dass wir wieder sähen, dass Hingabe, nicht Ausgrenzung, die Voraussetzung des Leben ist.“

 

Mehr Informationen unter www.van-outernational.com.

Cast

Komposition und Elektronik
Aida Shirazi

Komposition und Midi Piano
Emre Dündar

Dirigat
Miguel Pérez Iñesta

Theorbe
Andreas Arend

Bass
James Banner

Klarinette
Szilard Benes

Violine
Rebecca Beyer
David-Maria Gramse

Perkussion
Emil Kuyumcuyan

Cello
Vladimir Waltham

Kuration und Dramaturgie
Elisa Erkelenz

Biografien

Nach langjähriger Tätigkeit als Dramaturgin und stellv. Geschäftsführung des Ensemble Resonanz widmet sich Elisa Erkelenz heute als freie Journalistin, Kuratorin und Dramaturgin klassischer und zeitgenössischer Musik. Unter anderem ist sie für die Donaueschinger Musiktage tätig, kuratiert und moderiert die Philosophiereihe „Bunkersalon“, entwickelt Kinderkonzerte und kuratiert die Konzertreihe „Outernational“ im Radialsystem. Als Journalistin schreibt sie für das VAN Magazin, in dem sie mit einem Fellowship von #bebeethoven die Reportagereihe „Outernational“ initiiert hat.

 

Emre Dündar ist ein in Istanbul lebender Komponist, Pianist und Improvisator. Dündar komponierte Solo-, Kammer-, Orchester-, Vokal- und Chorstücke, darüber hinaus Soundtracks und Sounddesigns für Filme sowie für Theater- und Radioproduktionen. Seine Werke wurden europaweit und darüber hinaus aufgeführt. Dündar ist insbesondere an der Beziehung zwischen Sprache und Musik interessiert, nutzt Klang- und Sprecheindrücke aus mehreren Sprachen und integriert sie in seine Musik. Dabei nimmt er in seiner musikalischen Sprache Bezug auf den Begriff der „Narration“ und konzentriert sich insbesondere auf alte rhetorische Traditionen.

Aida Shirazi, geboren in Teheran, ist Komponistin akustischer und elektroakustischer Musik. In ihren Kompositionen für Soloinstrumente, Stimme, Ensemble, Orchester und Elektronik konzentriert sie sich hauptsächlich auf das Timbre zur Organisation von Strukturen, die von persischen oder englischen Sprachen und Literaturen inspiriert sind. Shirazis Musik wurde auf zahlreichen Festivals und Konzertreihen sowie an bedeutenden Konzertorten weltweit präsentiert. Das Orchestre Philharmonique de Radio France, das International Contemporary Ensemble und viele andere wichtige Ensembles brachten ihre Werke zur Aufführung. Shirazi studierte Klavier in Teheran, Musikkomposition und -theorie in Ankara und hat ihren Ph.D. in Komposition und Musiktheorie an der University of California, Davis, abgeschlossen.

Der aus Spanien stammende Musiker und Dirigent Miguel Pérez Iñesta tritt weltweit als Solist, Dirigent und als gefragter Kammermusiker bei renommierten Festivals, Oper- und Konzerthäusern auf. Als Dirigent hat er mit zahlreichen Ensembles Konzerte gegeben wie u.a. dem Tonhalle Orchester Zürich, dem Solistenensemble Kaleidoskop und der Karajan Akademie der Berliner Philharmoniker. Er ist Gründungsmitglied und war von 2012 bis 2017 Künstlerischer Leiter des Zafraan Ensembles. Aktuell ist er Artist in Residence des Munor Ensembles und des Harald Harfagre Kammerorchesters. Seit 2019 ist er an dem Gemeinschaftsprojekt „Musik schafft Perspektive“ beteiligt und dirigiert jedes Jahr ein Education-Konzert mit der Kammerakademie Potsdam.

 

Der Biologe, Philosoph und Schriftsteller Dr. Andreas Weber ergründet Lebendigkeit als sinnliche, subjektive, geteilte und poetische Erfahrung. Er promovierte bei Hartmut Böhme und Francisco Varela und arbeitet als freier Schriftsteller und Journalist. Lehrbeauftrager am Bard College, Berlin sowie Gastprofessor an der UNISG, Pollenzo, Italien. Jüngste Buchveröffentlichungen sind „Indigenialität” (2018), „Enlivenment. A Poetics for the Anthropocene” (2019), „Warum Kompromisse schließen” (2020) und „Sharing Life: An Ecopolitics of Reciprocity” (2021).

Kirsten Reese, Komponistin und Klangkünstlerin, komponiert für elektronische Medien, ungewöhnliche Räume, immersive Lautsprecherkonstellationen und Wahrnehmungssituationen. Sie beschäftigt sich mit Verbindungen von Archivaufnahmen und field recordings mit Tierstimmen und anderen more-than-human sowie geophonen Klängen. Installationen und Audiowalks für Landschaften und den urbanen Außenraum bilden einen Schwerpunkt ihrer Arbeit. Kirsten Reese ist Mitglied der Akademie der Künste Berlin. Sie unterrichtet an der Universität der Künste Berlin elektroakustische Komposition.

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