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Solistenensemble Kaleidoskop& Ariel Efraim Ashbel and friends: The Seventy Deadly Sins

Von Barry Lyndon zu Star Wars, von Ornette Coleman zu Madonna, von traditioneller jüdischer Musik zu Nicki Minaj, von Dick Tracy zu Jacques Derrida: „The Seventy Deadly Sins“ ist ein kollektives Mixtape – eine Zusammenstellung aus 70 Miniaturen, die Anfang August im radialsystem präsentiert werden: kleinste Kompositionen, kulturelle Referenzen, Zitate, Bilder, Outfits, Gesten und Spiele. Diese 70 Versatzstücke bilden den Rahmen für eine Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Subjekt, Kreatur und Umwelt, Kultur und Natur, Sinn, Sünde, Sinnen und Sinnlichkeit. Der Abend entfaltet sich in immer wieder neue, ungeahnte Szenen, die von einer unvorhersehbaren Dramaturgie, einem absurden Humor und einem hierarchielosen Zusammenspiel von Performer*innen, Pflanzen, Objekten, Licht und Sound bestimmt sind.

Das Solistenensemble Kaleidoskop verbündet sich erstmals mit dem israelischen Regisseur Ariel Efraim Ashbel und zeigt sich von seiner bislang verspieltesten Seite. Mit neuen Werken des US-amerikanischen Komponisten Ethan Braun, der Sängerin Jessica Gadani und einem Bühnenbild des französisch-kongolesischen Künstlers Paul Maheke schafft das Ensemble eine spekulative Welt, die nach ihren eigenen Regeln funktioniert, sich stetig wandelt, und in der sich die Performer*innen immer weiter aus ihren menschlichen Hüllen schälen. Sie erlernen tierische und pflanzliche Verhaltensweisen und Überlebensstrategien und erobern sich so neue Formen nichtmenschlicher Sinnlichkeit. Mimikry, Improvisation, Verlangsamung und Verwurzelung werden zu Strategien, um sich von der Komposition zu lösen, hin zu einer performativeren Form des kollektiven Musizierens auf der Bühne.

Fr 06 08 2021   20 Uhr Uraufführung
Sa 07 08 2021   20 Uhr
So 08 08 2021   19Uhr

Grafik: Paul Maheke

next... Tanzfilmprojekt mit Kettly Noël von Janne Gregor

Was könnte mein Gegenüber an mir interessieren? Was möchte ich erfahren? Wo ist unser gemeinsamer Nenner? Mit dem Videotanz-projekt „next…“ brachte die Choreografin Janne Gregor Menschen in Kontakt miteinander, die sich normalerweise nicht begegnen würden: Sechs Tänzer*innen aus Bamako und Berlin, zum Zeitpunkt des Projekts zwischen sechs und sechzig Jahre alt, schick-ten sich drei Monate lang gegenseitig Videobotschaften – und begannen so einen tänzerischen Austausch über zwei Kontinente hinweg. Jeweils paarweise wurden sie einander vorgestellt, entwickelten Interesse aneinander, einen eigenen Stil, befragten sich gegenseitig und stellten sich Improvisationsaufgaben… Choreografisch wurden sie dabei begleitet von der Künstlerin und Choreografin Kettly Noël in Bamako und von Janne Gregor in Berlin, sowie von je einer Kamera, die den Prozess filmisch festgehalten hat. Der daraus entstandene Tanzfilm kommt in beiden Städten zur Aufführung – die Berliner Premiere wird am 07. August im radialsystem gefeiert.

Sa 07 08 2021   21 Uhr Premiere

Foto: Siaka Traoré

Montag Modus: ShareHolders

Auf der Suche nach den essenziellen Bedingungen für Gemeinschaft und Umweltwahrnehmung in einer postpandemischen Zeit… Im Rahmen der interdisziplinären Veranstaltungsreihe „Montag Modus“ erkundet das dreiteilige Projekt „ShareHolders“ Praktiken und Politiken des Teilens. Mithilfe performativer Strategien, somatischer Techniken und queeren Re-Imaginationen wird untersucht, was es bedeutet, Raum zu teilen, zu beanspruchen und Verantwortung zu übernehmen. Zum Auftakt des Projekts findet Mitte August eine Performance-Ausstellung im radialsystem statt, die verschiedene Formen des Zugangs und der Teilhabe vorschlägt und realisiert: Mehrere Künstler*innen(gruppen) präsentieren ihre Projekte und entfalten dabei unterschiedliche Praktiken des Teilens.

Sa 14 08 2021    ab 18 Uhr

Tanz im August: Alle Augen Staunen - Tanzstück von Lea Moro

Eine fantastische Welt in Rot und Blau… Im Rahmen von „Tanz im August“, präsentiert von HAU Hebbel am Ufer, ist die Choreografin Lea Moro mit ihrem Stück für junges Publikum „Alle Augen Stau-nen“ im radialsystem zu Gast: Vor unseren Augen entsteht eine magische Landschaft, in der überdimensionierte Tentakel von der Decke baumeln und mobile Nester auf flauschigen Kissen schweben. Drei sonderbare Wesen spielen, träumen und tanzen durch die Wildnis, sie entdecken dabei Geheimnisse und entwickeln Superkräfte. Sie werden eins mit einem sich ständig wandelnden Ökosys-tem, das atmet, pulsiert, wuchert und vibriert. Moro löst die Grenzen zwischen Natur und Kultur auf und lädt uns ein, die Welt mit anderen Augen zu sehen.

Weltweit finden aktuell Klimastreiks statt. Es ist die junge Generation, die auf die Straße geht, für die Einhaltung von Klimagesetzen demonstriert und den Erwachsenen sowie den Politiker*innen die Folgen ihres inkonsequenten Handelns vor Augen führt. Vor diesem Hintergrund widmet sich die Tanzproduktion „All Our Eyes Believe“ / „Alle Augen Staunen“ virulenten gesamtgesellschaftli-chen Umweltthematiken, verpackt diese in eine parabelhafte und fantasievolle Welt und macht sie für die großen und kleinen Zu-schauer*innen fass- und begreifbar.

Do 19 08 2021    18 Uhr  Deutschlandpremiere
Fr 20 08 2021    11 + 18 Uhr
Sa 21 08 2021    15 Uhr

Foto: Dieter Hartwig

Last Days of Summer Eine Lesereihe von Villa Aurora & Thomas Mann House

Mit Antje Rávik Strubel, Florian Werner sowie Enis Maci, Pascal Richmann, Mazlum Nergiz, Marius Goldhorn, Tanita Olbrich und walter p99 arkestra.

Die Reihe „Last Days of Summer – Eine Lesereihe von Villa Aurora & Thomas Mann House“ lädt auch in diesem Sommer auf das überdachte Deck des radialsystems ein: Bei einem Programm aus Lesungen, Musik und Gesprächen präsentieren die Autor*innen Antje Rávik Strubel und Florian Werner sowie die Künstler*innengruppe aus Enis Maci, Pascal Richmann, Mazlum Nergiz, Marius Goldhorn und Tanita Olbrich ihre neuen Arbeiten. Moderiert wird der Abend von Gesa Ufer (radioeins).

Mit „Die Raststätte – Eine Liebeserklärung“ nimmt Florian Werner seine Leser*innen mit auf eine Autoreise an die Raststätte Garbsen Nord. Mit seiner persönlich-humoristschen Hommage an diesen Ort gelingt es ihm zu zeigen, dass Raststätten weitaus faszinierender und vielschichtiger sind als ihr Ruf… Antje Rávik Strubels neuer Roman „Blaue Frau“ erzählt von den ungleichen Voraussetzungen der Liebe, den Abgründen Europas und davon, wie wir das Ungeheuerliche zur Normalität machen. Zum Abschluss des Abends präsentiert die Künstler*innengruppe aus der Filmemacherin Tanita Olbrich, den bildenden Künstler*innen Astrid Nylander und Wassili Franko sowie den Autor*innen Marius Goldhorn, Mazlum Nergiz, Pascal Richmann und Enis Maci die Publikation zu ihrer Arbeit „Ein faszinierender Plan“, die bei den diesjährigen Ruhrfestspielen als begehbare Videoinstallation uraufgeführt wurde – ohne dabei gänzlich auf Video und Musik zu verzichten.

Sa 21 08 2021   ab 17 Uhr

Foto: Last Days of Summer 2020, Dorothee Elmiger © Mirko Lux

Andrew Schneider und Sasha Waltz & Guests: remains

Körper in Raum und Zeit: Wir sind anwesend – in diesem Raum, diesem Moment, dieser Zeit. Aber welche Spuren werden wir hinterlassen?

Die Tanzcompagnie Sasha Waltz & Guests tanzt wieder live für Zuschauer*innen: Die Produktion „remains“ wurde am 12. März 2020 im radialsystem uraufgeführt – unmittelbar vor dem ersten Corona-Lockdown, alle Folgetermine entfielen. Nun ist es endlich soweit, das Stück – sozusagen als „zweite Premiere“ – dem Publikum zu präsentieren.

In seinem Deutschlanddebüt im Auftrag von Sasha Waltz & Guests begab sich der US-amerikanische Performer, Autor und Regisseur Andrew Schneider gemeinsam mit neun Tänzer*innen der Com-pagnie auf eine Recherchereise in die wissenschaftlichen wie mys-tischen Felder menschlicher Verstrickungen. Wie wirken sich Quantenverschränkungen auf die Energie zwischen zwei menschlichen Wesen aus? Schreiben sich geisterhafte Ereignisse von der Ferne in den Körper ein? Und lassen sich unsichtbare Kräfte erfahrbar machen?

Andrew Schneider arbeitet an der Schnittstelle von Performance und Technologie. Er interessiert sich nicht für Technologien um ihrer selbst willen, vielmehr beschäftigt er sich mit deren Anwend-barkeit und Einfluss auf menschliche Interaktions- und Wahrnehmungsprozesse: Dabei geht es ihm um die Form des theatralen Erzählens und um die Möglichkeit neuer künstlerischer Erfahrun-gen.

Sa 28 08 20220 Uhr
So 29 08 2021   20 Uhr
Mo 30 08 2021   20 Uhr
Di 31 08 2021    20 Uhr

Foto: Carolin Saage