deen
kalender
So 27 09
19.30 Uhr

Tickets

Karten 15 Euro ermäßigt 10 Euro

In deutscher und englischer Sprache.

Zehn Jahre Zafraan Ensemble

Eröffnungskonzert „UA Berlin – Die 1910er: Hälse mit Kreuzen“
© Swami Silva
Sein zehnjähriges Bestehen, also das Zehntel eines Jahrhunderts, feiert das Zafraan Ensemble mit einem ambitionierten Vorhaben: In einer Reihe von zehn Kammerkonzerten wird mit „UA Berlin“ die Geschichte Berlins von den 1910er Jahren bis heute als eine musikalische erzählt werden - über zwei Weltkriege und fünf Staatsformen hinweg. Mit „Die 1910er: Hälse mit Kreuzen“ findet das Eröffnungskonzert der Reihe am 27. September 2020 im radialsystem statt.

Auftakt des Konzertabends ist „Pierrot Lunaire“ von Arnold Schönberg, uraufgeführt 1912 in Berlin, ein Schwergewicht und, ginge es nicht um Musik des 20. Jahrhunderts, ein veritabler Hit – Webern befand einen großen Erfolg, Strawinsky empfahl, Puccini lobte. Aber auch Hanns Eisler war so angetan, dass er den „Pierrot“ als Blaupause für seine Vertonung von Morgensterns „Palmström“ nutzte, das an diesem Abend direkt nach Schönberg zu hören ist. Es folgen Enno Poppes „Gelöschte Lieder“ (1996-99) und im Anschluss die Uraufführung von dem 1991 geborenen Berliner Komponisten Florian Wessel, der Schönberg auf eigene Weise kommentiert.

Jeder der zehn Abende der Konzertreihe „UA Berlin“ steht für eine Dekade, bei dem ein in diesem Jahrzehnt in Berlin uraufgeführtes Werk als Kern das programmatische Zentrum bildet. So wie diese zehn in Berlin uraufgeführten Werke von vergangenen musikalischen Kapiteln Berliner Geschichte erzählen, zeigen zehn neue Werke, die speziell zu diesem Anlass vom Zafraan Ensemble in Auftrag gegeben werden, die Perspektive junger Berliner Komponierender auf die Stadt auf. Wie klingt Berlin heute im Verhältnis zu seiner musikalischen Geschichte?

In diesem Jahr folgen noch drei weitere Konzerte von „UA Berlin“: „Die 1920er: Exil“ am 30. Oktober in der Villa Elisabeth mit Werken von Stefan Wolpe, Anton Webern, Ursula Mamlock und Morton Feldman sowie einer Uraufführung von Simon Phillips. „Die 1930er: Kein Ort, nirgends“ am 22. November im Kunstbunker mit Werken von Igor Stravinsky, Paul Dessau, Rudolf Wagner-Régeny, Paul Hindemith und Carl Orff sowie Uraufführungen von Etienne Haan und Dario Guerrero. Und schließlich „Die 1940er: Meisterklassenquartett“ am 5. Dezember im Foyer Haus D im Haus der Statistik, u. a. mit Werken von – wiederum – Hanns Eisler, Günter Kochan, Ruth Zechlin, Paul-Heinz Dittrich und Joseph Haydn sowie einer Uraufführung von Grégoire Simon.

Das Zafraan Ensemble, eine der jüngeren Formationen der Berliner Neue Musik-Szene, steht für Musik, die das heutige Leben, die heutige Gesellschaft, die heutige Realität in all ihren Facetten reflektiert. Im Zusammenspiel mit anderen Kunstformen beobachtet, erforscht und verarbeitet das Ensemble das, was uns umgibt: die Menschen, das Geschehen, die Natur, die Technologien, die Normalitäten und die Absurditäten von heute. Das basisdemokratisch organisierte Ensemble entstand 2009 in Berlin und spielt vorzugsweise aktuelles Repertoire, das von der Kernbesetzung mit Violine, Viola, Violoncello, Bass, Flöte, Klarinette, Saxophon, Harfe, Klavier und Percussion abgedeckt wird. Das Zafraan Ensemble arbeitet regelmäßig mit Dirigent*innen wie Titus Engel oder Manuel Nawri, mit Künstler*innen wie Chiharu Shiota, Aliénor Dauchez und Louise Wagner sowie mit Komponist*innen wie Samir Odeh-Tamimi, Alexander Schubert, Elena Mendoza, Stefan Keller, Johannes Borowski, Eres Holz und Helmut Oehring zusammen.

Der aus Spanien stammende Klarinettist und Dirigent Miguel Pérez Iñesta ist Gründungsmitglied des Zafraan Ensembles und tritt weltweit als Solist, Dirigent und als gefragter Kammermusiker bei renommierten Festivals, Oper- und Konzerthäusern auf. Als Gastklarinettist spielt er u.a. mit dem Rundfunksinfonieorchester Berlin und den Berliner Philharmonikern. Als Dirigent hat er mit zahlreichen Ensembles Konzerte gegeben wie dem Solistenensemble Kaleidoskop, dem Vokalensemble Phoenix16, dem Podium Festival Chamber Orchestra und dem Tonhalle Orchester Zürich. Seit geraumer Zeit beschäftigt er sich intensiv mit dem Verhältnis zwischen Raum und Klang und arbeitet zu diesem Thema mit dem Regisseur Iñigo Giner Miranda und dem Tonhalle Orchester Zürich zusammen.

Mit ihrem ausdrucksstarken Sopran zählt Eva Resch zu einer der aufregendsten Sängerinnen der jüngeren Generation. Als versierte Interpretin zeitgenössischer Musik wurde sie an das Teatro de Bellas Artes und zum Festival Cervantino in Guanajuato nach Mexiko eingeladen sowie in die Villa Massimo in Rom. Sie gastierte u. a. an den Nationaltheatern in Warschau und Weimar, an der Oper Bonn, der Malmö Opera sowie bei der Münchener Biennale, den Wiener Festwochen und den Berliner Festspielen. Neben ihrer solistischen Arbeit verfolgt sie auch kammermusikalische Projekte: So interpretiert sie regelmäßig mit dem Ensemble Modern die Chaplin Operas von Benedict Mason, zuletzt am Tschaikowski Theater in Perm (Russland) und in der Philharmonie in Essen. 2019 veröffentlichte sie gemeinsam mit dem Pianisten Eric Schneider ihre aktuelle CD-Einspielung „Eden (Genuin)“ mit Liedern von Arnold Schönberg, Viktor Ullmann, Anton Webern und Franz Schreker.

‌‌

  • Konzept und Idee Zafraan Ensemble
  • Flöte Liam Mallett
  • Klarinette Horia Dumitrache (Gast)
  • Violine / Viola Emmanuelle Bernard
  • Violoncello Martin Smith
  • Klavier Clemens Hund-Göschel
  • Sopran Eva Resch
  • Dirigent Miguel Pérez Iñesta
  • Moderation Mark Scheibe
  • Künstlerische Leitung Martin Smith, Josa Gerhard, Clemens Hund-Göschel
  • Konzept Martin Smith, Stefan Weihrauch, Sebastian Solte, Josa Gerhard

Programm

„Die 1910er: Hälse mit Kreuzen“ Enno Poppe Gelöschte Lieder (1996-99) Hanns Eisler Palmström op.5 (1925) Florian Wessel absinthe (UA 2020) Pause/Moderation Arnold Schönberg Pierrot Lunaire op. 21 (UA Berlin 1912)

Credits

Eine Konzertreihe des Zafraan Ensemble. Gefördert von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, der Ernst von Siemens-Musikstiftung und der Dwight und Ursula Mamlok-Stiftung.

© Swami Silva
Zafraan Ensemble
Zafraan Ensemble © Neda Navaee

Tickets

Karten 15 Euro ermäßigt 10 Euro

In deutscher und englischer Sprache.

Auch interessant

Ohrknacker: Daniela Terranova (UA)

Mo16 11

Abschied

Fr11 12

SCHRUMPF! Kaleidoskop

So13 12