deen
kalender
Do 30 01
Deutschlandpremiere Festival
17.30 Uhr

Stream

Karten 16 Euro zzgl. 1 Euro Systemgebühr

CTM Festival 2020: Inferno

Performance von Bill Vorn und Louis-Philippe Demers
Inferno
Inferno © Rafael Zajac
In der Kulturgeschichte existieren zahlreiche Darstellungen von Hölle, Dämonen und göttlicher Bestrafung, die einander ähneln – so zum Beispiel in Dantes „Inferno“ oder in den „10 Kammern der Hölle“ im Haw Par Villa, einem Park der chinesischen Märchen und Mythen in Singapur. Inspiriert von diesen Darstellungen kreieren der Musiker Bill Vorn und der multidisziplinäre Künstler Louis-Philippe Demers die partizipative robotergestützte Perfomance „Inferno“.

In Exoskelette gesteckt, erlebt und performt eine Gruppe ausgewählter Zuschauer*innen Grenzgänge zwischen menschlicher und technologischer Handlungsmacht. „Inferno“ wird so zu einem immersiven Erlebnis, einem Ritual, das mit den ausgeprägten Ängsten in Bezug auf die Beziehung zwischen Mensch und Maschine und den sich verschiebenden Grenzen zwischen ihnen spielt. In „Inferno“ wird der Prozess unendlicher Bestrafung zur endlosen Automatisierung und Unterordnung unter künstliche Intelligenz.

Ticketinhaber*innen, die an der Performance partizipieren wollen, indem sie eines der Exoskelette tragen, melden sich bitte per Mail an inferno@ctm-festival.de. Bitte geben Sie an, welche Performance Sie besuchen werden. Die Kapazität ist eingeschränkt. Bitte beachten Sie ebenfalls, dass Sie am Veranstaltungstag vorzeitig anwesend sein müssen, um ein Briefing zu erhalten und für die Performance vorbereitet zu werden. Die Exoskelette wiegen ca. 20 kg und müssen für eine Dauer von ca. 1 Stunde getragen werden. Die Performance beinhaltet sowohl Rauch als auch Stroboskoplicht.

Mit Konzerten und Performances, Workshops und Diskursveranstaltungen lotet das „CTM Festival“ die aktuellen Möglichkeiten und Grenzen von Musik aus und verbindet dabei ungewöhnliche Erfahrungsräume mit kritischer Reflexion. 2020 setzt sich „CTM“ mit Grenzphänomenen auseinander: Unter dem Titel „Liminal“ konzentriert sich das Festival auf Übergangsphasen, in denen vertraute Ordnungen destabilisiert werden – und identifiziert Musik als Praxis, in der dies immer schon verhandelt wird. Musik spiegelt nicht nur die fragilen Zustände unserer verunsicherten Gegenwart, sondern öffnet zugleich kritische Experimentierräume für alternative Denkweisen und mögliche Zukünfte.

Bill Vorn ist seit 1992 in der Robotik tätig. Seine Installations- und Performanceprojekte umfassen Robotik und Bewegungssteuerung, Ton, Licht, Video und kybernetische Prozesse. Er betreibt Forschung und Kreation über künstliches Leben und Agententechnologien durch künstlerische Arbeit, die auf der Ästhetik künstlicher Verhaltensweisen basiert. Er promovierte in Kommunikationswissenschaften an der UQAM (Montréal) über Künstliche Intelligenz als Medium und ist Professor in Electronic Arts an der Concordia University. Seine Arbeiten wurden auf zahlreichen internationalen Veranstaltungen präsentiert, darunter Ars Electronica, ISEA, Sonar, Art Futura und Artec. Bill Vorn wurde international mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter zuletzt mit dem Numix Award (Montreal, 2016). Er arbeitete mit vielen kanadischen Künstler*innen zusammen (darunter Edouard Lock, Robert Lepage, Gilles Maheu, LP Demers und Istvan Kantor). 1981 war er Mitbegründer der elektronischen Popmusikgruppe Rational Youth mit Tracy Howe.

Louis-Philippe Demers realisiert große Installationen und Performances. Er nahm an mehr als siebzig künstlerischen und Bühnenproduktionen teil und hat mehr als 375 Maschinen gebaut. Demers’ Werke wurden bei bedeutenden Festivals wie der Expo 1992 und 2000, dem Sonambiente, dem Siggraph und dem Sonar gezeigt. Er erhielt sechs Erwähnungen und eine Auszeichnung bei der Ars Electronica, den ersten Preis von Vida 2.0, den Interactive Prize für Lightforms 98 und sechs Preise für Devolution, darunter zwei Helpmann Awards. Demers promovierte im Feld von Roboterleistungen. Er war Professor an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe, die mit dem Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) eng verbunden ist. Anschließend arbeitete Demers am Interaction and Entertainment Research Centre der Nanyang Technological University (NTU). Derzeit ist er Professor an der NTU School of Art, Design and Media.

‌‌

  • Konzept, Roboter, Licht und Ton Bill Vorn und Louis-Philippe Demers

Credits

„Inferno“ wird gefördert durch den Canada Council for the Arts sowie die Regierung von Kanada und ist Teil des Kulturprogramms von Kanadas Gast-landauftritt bei der Frankfurter Buchmesse 2020. „Inferno“ wird weiterhin gefördert durch die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa. CTM Festival 2020 wird gefördert durch die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Creative Europe Programm der Europäischen Union, Canada Council for the Arts, die Regierung von Kanada, Goethe-Institut und die Initiative Musik. Programmpartner sind SHAPE und Nusasonic.

Inferno
Inferno © Rafael Zajac
Inferno
Inferno © Rafael Zajac

Präsentiert von

Stream

Karten 16 Euro zzgl. 1 Euro Systemgebühr

Festival

CTM Festival 2020

Liminal

Mit Konzerten und Performances, Workshops und Diskursveranstaltungen lotet das „CTM Festival“ die aktuellen Möglichkeiten und Grenzen von Musik aus und verbindet dabei ungewöhnliche Erfahrungsräume mit kritischer Reflexion. 2020 setzt sich „CTM“ mit Grenzphänomenen auseinander: Unter dem Titel „Liminal“ konzentriert sich das Festival auf Übergangsphasen, in denen vertraute Ordnungen destabilisiert werden – und identifiziert Musik als Praxis, in der dies immer schon verhandelt wird. Musik spiegelt nicht nur die fragilen Zustände unserer verunsicherten Gegenwart, sondern öffnet zugleich kritische Experimentierräume für alternative Denkweisen und mögliche Zukünfte. Robert Henkes audiovisuelle Performance „CBM 8032 AV“ ist das Ergebnis einer medienarchäologischen Suchbewegung. Mit fünf Rechenmaschinen aus den 1980er Jahren erzeugt er eine zeitgenössische Ästhetik, die vor 40 Jahren zwar technisch umsetzbar, aber ohne den kulturellen Hintergrund von heute nicht denkbar gewesen wäre, und hinterfragt damit die vermeintliche Linearität von Technik und Ideengeschichte. „Inferno“ ist eine partizipative robotergestützte Performance von Bill Vorn und Louis-Philippe Demers. In Exoskelette gesteckt, erlebt und performt eine Gruppe ausgewählter Zuschauer*innen Grenzgänge zwischen menschlicher und technologischer Handlungsmacht. In dem gemeinsam von Prumsodun Ok, Gründer der ersten offen queeren Tanzkompanie Kambodschas, der Komponistin Ana Maria Rodriguez, dem Lichtdesigner Fred Pommerehn und dem Ensemble KNM Berlin entwickelten Stück „Drops and Seeds“ geht es um das Verhältnis von Erhalt und Wandel gefährdeter traditioneller Tanzkultur in Kambodscha. Zum Abschluss des einwöchigen „MusicMakers Hacklab“ unter der Leitung von Peter Kirn und Tad Ermitaño, werden kollektiv entwickelte Ideen für performative Transformationen vor einem Live-Publikum erprobt. Das CTM Festival 2020 wird gefördert durch die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Creative Europe Programm der Europäischen Union, Canada Council for the Arts, die Regierung von Kanada, Goethe-Institut und die Initiative Musik. Programmpartner sind SHAPE und Nusasonic. Karten unter https://www.ctm-festival.de

29 01
02 02

Weitere Termine