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Dabke Community Dancing

Nach einer längeren Pause laden Sasha Waltz & Guests und das radialsystem wieder zum gemeinsamen Dabke-Tanzen mit dem Gitarristen Adel Sabawi und dem Tänzer Medhat Aldaabal ein – aufgrund der aktuellen Situation auf der Wiese des radialsystems, mit Abstand und maximal 20 Teilnehmer*innen. Der variationsreiche Kreistanz aus dem Nahen Osten trifft auch in Berlin auf große Beliebtheit und vereint, vorerst im kleineren Kreis, die Diversität und Offenheit der Stadt. Gemeinsam mit Konzerten, Lesungen und Podiumsdiskussionen ist „Dabke Community Dancing“ Teil des Programms zu „15 Years of Transformation“.

Der Workshop ist offen für Menschen unterschiedlichen Alters und geeignet für Kinder ab 10 Jahren. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

All of the participants were smiling in the end and that was the most beautiful thing. When I see that people are happy, enthusiastic and smiling, then I feel that I am becoming a part of this country, and this country is becoming a part of me.“ (Medhat Aldaabal)

Fr 10 09 2021    18 Uhr

Foto: Christine Hartz

DIVAN 2.0: TransPositionen zwischen Lyrik und Musik

Experimente mit aktueller Musik und Lyrik: Das deutschlandweite Festival „Studio Bosporus“ beschäftigt sich aus Anlass des 60. Jahrestags des Anwerbeabkommens zwischen Deutschland und der Türkei sowie aufgrund des 10-jährigen Bestehens der Kulturakademie Tarabya, intensiv mit dem deutsch-türkischen Dialog und politischen Fragestellungen. Im Rahmen des Festivals sind vier türkische und deutsche Lyriker*innen gemeinsam mit dem Trickster Orchestra unter der Leitung von Cymin Samawatie und Ketan Bhatti im radialsystem zu Gast und präsentieren das Konzert „DIVAN 2.0“. Gemeinsam mit einer Buchpräsentation von Khuê Phạm und einem Konzert der Reihe „Outernational“ gestalten sie Mitte September das Programm zu „15 Years of Transformation“ im radialsystem.

Es treffen freie Sounds von Kanun, Tanbur und Kemenche auf Bassklarinette, Sheng und Kontrabass; deutsche Verse begegnen türkischen; sie improvisieren, ahmen einander nach und verwandeln sich in neue Sprach- und Tongeschöpfe. Die Wortgebilde der Lyriker*innen Efe Duyan, Matthias Göritz, Gonca Özmen und Monika Rinck verschränken sich mit den Klängen des wandelfähigen und ausdrucksstarken Trickster Orchestra. Musik und Dichtung, die sich der Welt unterschiedlich annähern, versuchen die Beteilig-ten im „DIVAN 2.0“ gemeinsam zu fassen. Dahinter pulsieren Berlin und Istanbul als Weltstädte der Worte und Klänge, als urbane Quel-len der Künstler*innen, als Orte für Neuschöpfung unter ungleich-artigen Schaffensbedingungen.

Fr           10 09 2021    20 Uhr

Foto: Yücel Kursun

Buchpräsentation Khuê Phạm „Wo auch immer ihr seid“

Inspiriert von ihrer eigenen Familienschichte, erzählt die ZEIT-Journalistin Khuê Phạm in ihrem Debütroman „Wo auch immer ihr seid“ von Herkunft, der Suche nach Identität und dem Erbe des Vietnamkriegs. Die Buchpremiere feiert sie Mitte September auf dem überdachten Deck des radialsystems und gestaltet dort gemeinsam mit Konzerten des Trickster Orchestra und der Reihe „Ou-ternational“ das Programm zu „15 Years of Transformation“ im radialsystem.

Die Protagonistin des Romans Kiều ist eine junge, in Berlin lebende Journalistin. Die Vergangenheit ihrer Eltern, die 1968 von Vietnam nach Deutschland kamen, verdrängt sie lange und setzt sich wenig mit ihren vietnamesischen Wurzeln auseinander. Das ändert sich, als ihre Großmutter stirbt. Auf der Reise zur Testamentseröffnung in den USA, wo ihre Verwandtschaft lebt, entdeckt sie ein Familiengeheimnis, das bis in den Vietnamkrieg zurückreicht. Für die umfassende Recherche zu ihrem Roman ist Khuê Phạm nach Vietnam, Kambodscha und Kalifornien gereist. Mit Präzision, bewegenden sprachlichen Bildern und aus ihrer individuellen Sicht als Deutsch-Vietnamesin geschrieben, erzählt sie mit „Wo auch immer ihr seid“ eine einzigartige Geschichte.

Sa          11 09 2021    18 Uhr

Foto: Alena Schmick

Podiumsdiskussion: Bühnen von Morgen

Welche Rolle können Bühnen über ihre Funktion als Präsentationsorte hinaus spielen, um neue Formen sozialen Miteinanders zu ermöglichen? Pandemien verändern die Nutzung bestehender Räume. Nicht nur, aber auch angesichts der Möglichkeit, dass die COVID-19-Pandemie nicht die letzte ihrer Art sein wird, stellen sich Fragen für die Zukunft unserer Spielstätten.

Ein großer Teil der Kulturinstitutionen sieht seine Hauptaufgabe in der Präsentation von Kunst. Darüber hinaus verfügen sie über ein breites Spektrum an „zusätzlichem Kapital“, das sie in aktuelle Anliegen einer Community einbringen können: physisch, durch Raum, Architektur und Infrastruktur, sozial, durch Mitarbeiter*innen mit Ideen und Kontakten, politisch, durch Beziehungen zu Kulturpolitik und Kulturverwaltung und nicht zuletzt ein kreatives Kapital durch eine ausgeprägte kulturelle und künstlerische Sensibilität. Das besondere Potenzial von Kultureinrichtungen liegt also darin, kulturelle, nicht kommerziell definierte Freiräume und Begegnungsorte für unterschiedliche soziale Milieus zu eröffnen. Wie kann dieses genutzt und ausgebaut werden?

Wir möchten mit Andrea Goetzke, Ece Pazarbaşı und Matthias Mohr diskutieren, wie sich die Aufgaben einer Kunstinstitution zukünftig entwickeln könnten, wie sie potentiell aussehen und sich umsetzen ließen – auch im Zusammenhang mit der Neuausrichtung kommunaler und regionaler Kulturentwicklungsplanungen. Moderiert wird die Diskussion von Kristoffer Cornils.

So          12 09 2021    18 Uhr

Outernational: Transtraditional Concerts #4 Isles & Rivers

Musik als Geschichte von Wandel und Migration: „Outernational“ ist eine transtraditionelle Konzertreihe im radialsystem, die sich auf die Suche nach einer zeitgenössischen, hybriden, globalen Musik macht. Das neue Programm „Isles & Rivers“ ist ein Konzert im Fluss. Entlang sich festigender und lösender Grenzen fließen persische und europäische Einflüsse alter Musik in Improvisationen zu Live-Elektronik – mal schäumend, mal tief, mal leise… Gemeinsam mit einer Buchpräsentation von Khuê Phạm und einem Konzert des Trickster Orchestra gestaltet „Isles & Rivers“ Mitte September das Programm zu „15 Years of Transformation“ im radialsystem.

Einen künstlerischen Höhepunkt des Abends bildet die deutsche Erstaufführung der neuen Komposition von Yannis Kyriakides, die er für die außergewöhnliche Besetzung des Abends geschrieben hat. Gewidmet ist diese Komposition dem Philosophen und Skeptiker Metrodorus der Insel Chios – und so fließt die Musik vom Mittelmeer als Klang- und Gedankenraum zur Insel als einstiger Utopie. Zur Einstimmung auf das Konzert liest die Journalistin und Aktivistin Kübra Gümüşay in der „Outernational Listening Session“ einen neuen Essay.

So          12 09 2021    ab 19 Uhr

Foto: Gerhard Kühne